Freitag, 8. September 2017

Unsere erste FAMILIENRADWANDERUNG JoDaKo 2017



Liebe Freunde,
nun haben wir uns der Radwanderei als kleine Familie zu dritt gewidmet und siehe da, es war eine tolle Erfahrung.

Wir fahren zwar schon seit jeher viel Rad, waren so als Familie aber noch nicht unterwegs. Mit Ortliebtaschen, einem Fahrradanhänger, in dem das Kind sitzt, und zwei Fahrrädern hat man schon einiges an Platz, um das nötigste, wie Zelt, Schlafsäcke, Klamotten und Essen ordentlich und regensicher zu verstauen. Insgesamt war unsere Tour 313 km lang, die wir in zweienhalb Wochen mit verschiedenen längeren Aufenthalten gefahren sind.   

Los ging es von Wuppertal nach Köln am einem schönen sonnigen Sonntag, dem 13. August. Wir waren positiv überrascht, wie viele Radfahrer auf den Radwegen an diesem Tag unterwegs waren. Das machte Freude. Nach einer ersten Übernachtung bei einer Freundin in Köln, fuhren wir am Montag weiter Richtung Belgien mit dem Ziel Krinkelt, bei Büllingen zwischen Eifel und dem hohen Venn. Eine traumhaft schöne Gegend. Bis Köln kannten wir den Weg auswendig, da wir schon häufig von Wuppertal nach Köln mit dem Rad gefahren sind, allerdings ab Köln bis Belgien ging nun das Navigieren los. Da wir nicht ständig mit Handy navigieren wollten, hatten wir uns die Wegbeschreibung ausgedruckt. Ein solcher Ausdruck erwies sich allerdings nicht immer als leicht navigierbar, da Radwege und Feldwege häufig ohne Namen und nur durch Meterangaben angegeben waren („Nach 300m rechts auf den Feldweg abbiegen“, eigentlich klare Ansage, nur schwierig zu erkennen, wenn alle 20m ein Weg rechts in den Wald führt..), so dass wir ab und zu doch mal aufs Handy schauen mussten oder froh waren, wenn wir wieder mit der Radbeschilderung der Radwege navigieren konnten, bzw. auch mal hier und da schlicht nach dem Weg fragten, was ja schließlich gerne zu netten Gesprächen führt.
Kurz hinter Brühl in Richtung Eifel kann man als Radwanderer übrigens tolle Seen finden, da dort alte Braunkohleabbaugebiete seit Jahrzehnten wieder renaturiert sind. Der sogenannte „Berggeistweiler“ ist wirklich ein wunderschöner See, der uns eine traumhafte Mittagsrast mit beschehrte. Die Enten dort sind sehr zutraulich und haben Kosma fast schon angestupst in der Hoffnung vielleicht doch einen Krumen Brot zu kriegen. 

Die erste Übernachtung im Zelt hatten wir dann bei Mechernich in einem schönen Birkenwald.


Am nächsten Tag ging es dann weiter teils unter strömenden Regen hinein in die Voreifel Richtung Belgien, Büllingen und Hohes Venn. Kosma mochte ihren Radanhänger sichtlich gern. Wenn sie einschlief, haben wir sie allerdings in der Manduca auf dem Rücken gefahren, da wir anfänglich noch Sorgen hatten, dass ihr Köpchen im Anhänger beim Schlafen nicht gut gehalten ist.
Dort – in Krinkelt, Belgien - besuchten wir unsere Freunde Astrid Deresch und Hans-Jürgen Stein bei sich zuhause. Sie haben dort für Wanderer ein tolles Wassertretbecken eingerichtet, über welches in folgendem Artikel berichtet wird.         
Ab da fingen wir an auf den Hinweis von Astrid Deresch hin mit der Radnavigationsapp Komoot zu fahren ( https://www.komoot.de/ ). Sie schneidet im Vergleich mit anderen Radnavigationsapps sehr gut ab und hat uns hier und da echt weitergeholfen, da wir unsere erste Region bei Aachen, die wir aktuell durchfuhren, kostenlos runterladen konnten, um offline mit dem Handy zu navigieren. Das ist schon praktisch, wenn kein Handynetz vorhanden ist und schont den Akku, den man ja unterwegs nicht immer so gut laden kann. Allerdings machten gute Radbeschilderungen mit den „Knotenpunkten“, wie man sie hierzulande viel hat, die App hier und da auch wiederum überflüssig.    
Die Wälder rund um Krinkelt sind einfach ein Traum und der geübte Sammler kann dort auch viele Steinpilze finden.
Von dort ging es weiter über den „Ravel“, die Vennradbahn nach Aachen zum Hof 4Linden:

http://www.4linden.eu/
Die Freude war groß, dort - wenn auch auf etwas abenteurliche Art- wieder anzukommen, da ich vor etwa 6 Jahren, wie auch in diesem Blog bereits berichtet (http://kreativwandern.blogspot.de/2011/11/4linden-bedeutet-in-meinem-fall-der.html ) ein tolles Jahr als Kreativwanderer und Woofer auf 4Linden erleben durfte.
Für Daniela und Kosma konnte der Hof mit seinen Tieren, Gärten und Menschen nun für die nächsten Tage ebenfalls zum Erlebnis werden.
Zu unserer Freude bot Andreas Dilthey an, uns auf seiner alljährlichen „Landart-Freizeit“, der Fête Culturelle zusammen mit anderen Freischaffenden und Landartkünstlern an die Normandieküste nach Audresselles mitzunehmen. So ließen wir unsere Räder stehen und fuhren 4 Tage ans Meer. Was für eine tolle Überraschung. J
Unter folgendem Link bekommt man Eindrücke der Fête Culturelle in Audresselles aus früheren Jahren:

http://www.feteculturelle.com
Kosma hatte nun ihre erste Begegnung mit dem Meer und traf auch bald auf ihr Sternzeichen.
Daniela setzte sich mit der kreativen Gestaltung von Zwergendörfern auseinander. Wer von euch findet den versteckten Lehm-Pottwal (an einer Stelle dort am Strand von Audresselles gibt es nämlich wunderschönen dunkelgrauen Lehm zwischen den Felsen und Ritzen..)?

Ich experimentierte mit runden und eckigen Formen, die ich aus Kieseln auf große Flachfelsen legte. So hatte ich mir zwei „Bewegungsfelsen“ geschaffen, auf denen ich dann  mit eckigen und runden Bewegungen etwas spielen konnte, um die Verbindung zwischen bildender und bewegender Kunst zu suchen. Das war durchaus spannend.


Insgesamt verbrachten wir in Audresselles vier tolle Tage mit Meer, tollen Künstlern und Kunstwerken. Vielen Dank an alle Beteiligten an dieser Stelle von uns für die tolle Zeit.





Zurück in Aachen machten wir uns am letzten Dienstag im August auf den Weg zurück nach Wuppertal. Von einer lieben Freundin aus Woofing-Zeiten auf 4Linden hatte Kosma nun ein Babynackenkissen für die Fahrten im Fahrradanhänger bekommen, womit sie darin nun auch schlafen konnte.


Unsere letzte Übernachtung im Zelt war nochmal ein kleines Highlight, da wir bei Erkelenz auf einen Demeterhof stießen und dort bei Familie Schiffer einen tollen Zeltplatz bekamen. Sogar frische Milch und extra gepflückte Gewächshaustomaten bekamen wir geschenkt.
Am nächsten Tag fuhren wir an Ruhr und Rhein vorbei wieder nach Hause bis Wuppertal. Kurz vor dem Ziel im Neanderthal stellte sich heraus, dass wir das Fahrradwerkzeug nun doch nicht ganz umsonst durch die Gegend gefahren hatten, da wir dort nochmal einen platten Schlauch tauschen mussten. Am Lernort wieder angekommen hatten wir nun etwa 300 Radkilometer geschafft.  


Wir wünschen noch einen schönen Spätsommer allerseits,
Liebe Grüße von Jonathan, Daniela und Kosma

Samstag, 22. Juli 2017

Erste Sommerwanderung als Familie

Liebe Freunde der Kreativwanderei,

nun ist es soweit, dass wir als junge Familie unsere erste kleine, leichte Sommerwanderung wagen, um zu testen, wie es sich denn anfühlt mit unserer Tochter Kosma zu wandern, die ja nun ein Jahr alt ist und gerade begonnen hat zu laufen.


Wir bewegen uns quasi vor unserer Haustür auf dem wunderschönen Neanderlandsteig. Unser Gepäck ist minimalistisch:

1 Wanderrucksack mit 13kg für uns drei und Kosma in der Manduca.


Darin und daran haben wir ein paar Klamotten für uns drei, ein Zelt,  Essenstaschen, unsere Smartphones, 2 leichte Decken und einen Sommerschlafsack. Kosma hat ihr Breichen, ein paar Reiswaffeln ein bisschen Öl, Mandelmuß und ihren Haferdrink und wir haben uns beim Örkhof mit ein bisschen Biogemüse eingedeckt. Kosma hat ihre Windelchen und einen Nachtsstrampler. Zum laufen hat sie ihre Mokassins. Wir haben unsere Barfußschuhe. Damit läuft es sich nun wunderbar. Wir haben es aber heute ganz langsam angehen lassen und haben viele Pausen gemacht. Kosma ist selbst auch ein paar 100 Meter gelaufen. Wir sind etwa 12km durch Neviges und das Windrather Tal gewandert und befinden uns nun im Deilbachtal unterhalb der Nordrather Straße. Es ist immer wieder großartig  und zauberhaft zu sehen, wie wunderschön die Natur "direkt vor der Haustür" ist. Am Deilbach haben wir zu Abend gegessen und mit Kosma ein Fußbad genommen.

Alles in allem ist es ein großartiger erster Wandertag als Familie. Mehr als drei Tage werden wir allerdings zunächst nicht wandern. Nun genießen wir die Ruhe im Wald und danken der Schöpfung für all das Schöne hier. Gute Nacht. :-)